ready for departure
Mein digitaler Flugplatz

Über mich

Good morning ladies and gents, this is your future captain speaking...

Eine der schwierigsten Seiten überhaupt zum erstellen - wer bin ich? Was will der Leser überhaupt über mich wissen? Den Namen? Die letzten Eskapaden? Bildungsstand? Keine Ahnung... Ich leg einfach mal los und du überspringst die Kapitel die dich nicht interessieren. Deal?


The early years

Zunächst ein kurzer Exkurs zu meiner Kindheit. Die fand nämlich zum grossen Teil dort statt, wo ich auch meine PPL Ausbildung antreten werden - auf dem Flugplatz Mollis im Glarnerland. Stellt euch einen kleinen Buben mit krausen Haaren und Fotokamera vor. Der, der auch bei grösstem Regen noch neben der Piste steht und die Starts und Landungen der F-5 Tiger miterlebt und dokumentiert, die dort jeweils Ihren WK gemacht haben. So einen kleinen Nerd kann sich jeder vorstellen, oder? Das wäre in diesem Fall dann ich.

Unter Aufwendungen von mindestens sieben Jahrestaschengehältern, die mehr oder weniger direkt den umliegenden Modellflugläden zuflossen, entstand im elterlichen Haus ein Sammelsurium an allem was irgendwie mit Flugzeugen zu tun hatte. Trotz meiner Grobmotorigkeit griff ich immer wieder auf die Bausätze von Revell, Airfix und Co. zurück. Die waren halt irgendwie einfach billiger als fixfertige Modelle aus Metall. Lange Rede, kurzer Sinn - die Aviatik war ein grosses Steckenpferd von mir.

Sogar ein Mitflug in einer Cessna 152 wurde mir damals zuteil - wovon ich aber leider bis heute alles, was irgendwie erzählenswert wäre, vergessen habe. Ausser, dass über dem Glärnisch irgendwie hektisches Gekurble und Gepumpe angesagt war. Ich kann mich aber noch gut an meine überschäumende Freude von damals erinnern, was ja auch viel Wert ist.

Jobmässig war's damals eh klar - Kampfpilot. Idealerweise in den USA in einer B-52 (wobei das Flugzeug durchaus von Monat zu Monat variierte). Von Jahr zu Jahr ging ich dann aber grössere Kompromisse ein. Vielleicht würde es ja auch eine F-15 tun. Oder halt Kampfpilot bei der Schweizer Luftwaffe. Evtl. Reporter bei einem Luftfahrtmagazin. Vielleicht Reporter der wenigstens ein bisschen durch die Welt geflogen wird? Dann schlussendlich Informatiker. Die waren ja grad so am aufkommen damals und da ich mittlerweile doch ganz passabel mit einem PC umgehen konnte schien das eine gute Wahl zu sein (war's im Nachhinein betrachtet definitiv, auch wenn einige Unken "Mathematik kannst du aber nicht!" riefen). Um's kurz zu machen; die vier Jahre Lehre überstand ich und alle Menschen und Gerätschaften um mich herum unbeschadet. Nächstes Kapitel, bitte.


Uncle Tell wants you!

Eigentlich mehr eine Fussnote meines bisherigen Lebens, aber man assoziiert ja Flugzeuge in der Schweiz doch recht häufig mit unserer Luftwaffe - darum hat ein Exkurs über mein Stelldichein bei den Grün/Braunen durchaus seine Daseinsberechtigung. Ich wurde also im Sommer 2007 nach Kloten gerufen, bekam ein Gewehr und wurde 21 Wochen angeschnauzt. Der gesunde Menschenverstand sagt einem zwar, gerade Leuten mit Waffen im Zweifel eher wohlwollend zu begegnen, aber der gesunde Menschenverstand ist eh nicht so Sache des Militärs. Doch jetzt schweife ich ab. Vater Staat befand also, dass ich lernen musste Grund und Boden zu schützen. Die üblichen Szenarien halt: Rotland aus dem Osten oder Norden greift an. Im Süden und Westen war aber immer Ruhe. Deren Expandierungspläne liegen schon hunderte Jahre zurück, hat sich unsere Armeeführung sicher gedacht. Ja, tut mir leid - das Abschweifen wieder... Die einzigen zwei aviatisch-relevanten Anekdoten wären da:

Aushebungsbüro in Mels
Offizier: "Hast du Wünsche was du in der Armee machen willst?"
Ich: "Klar! Irgendwas mit dem F/A-18! Flugzeuge abschiessen! Super Puma fliegen! Zeug in die Luft jagen! Mal so richtig was erleben!"
Offizier: "Du hast Informatiker gelernt? Du wirst Informatikpionier. Glückwunsch. Nächster!"

Woche x in Kloten
Militärzeitschrift: "Er hat es geschafft! Nach der Beförderung zum Hauptmann und dem absolvieren von xx Wochen Militärdienst darf Hptm Hans Muster zum ersten mal alleine den Steuerknüppel einer F/A-18 übernehmen."
Ich: Soso, Hauptmann müsste man werden? Klar, hahahahahahahahahahahahahaahahahahaahahaha[...].


Wenn ich's recht bedenke, hat die RS - insbesondere die Zeit in Kloten - eigentlich mehr zu einer temporären Abneigung gegenüber dem Fliegen geführt. Die Kaserne liegt nämlich sehr idyllisch und in Gehdistanz zum Pistenkopf 28. Da landeten täglich fünf Minuten vor "Tagwache" schon die ersten Linienmaschinen und machten den Wecker überflüssig. Wie Mani Matter schon sang "...sig's am aabe, sig's am Morge, s'nimmt mr füüf Minute Pfuus. Füüf Minute si nid vill, doch mit dr Ziit macht's öpis uus"... Im Gegensatz zu mir konnte der seinen Wecker am Ende des Songs zurückgeben und wieder normal schlafen, ich hingegen liess das Gedröhne stoisch über mich ergehen (was in der RS per se eine bewährte Taktik war).


...und die Jahre ziehen in's Land...

Okay, die Sache mit dem Kampfpilot war nun wirklich gestorben. Aber ganz aus dem Kopf ging mir die Fliegerei dann doch nicht. Die Jahre kamen und gingen, bei Flügen ins Ausland war das erste Highlight immer die Zeit von "Boarding Complete" bis "cabin crew realeased". Über den Rest der Zeit warte ich, wie alle, immer auf den Event "Essen" und höre Musik.
Als bekennender Fan der Stromgitarrenmusik kommt man dann um Iron Maiden eigentlich auch nicht herum. Speziell Songs wie "Aces high" oder "Coming home" gehören zu meinen Favoriten. Im Jahr 2008 planten sie dann eine etwas "andere" Welttournee . Aus einem Interview mit deren Sänger:


"The bean counters said it's just not worth going to places like India and Costa Rica," says Maiden frontman Bruce Dickinson. "Being an aviation bloke, I thought to myself, 'If you just chucked everything into one airplane you could do an almost European-type itinerary, but an on inter-continental basis.' That's precisely what they did, with accomplished pilot Dickinson personally flying the specially modified 757."

Rollingstone Magazine, Juni 2009


Drei Jahre später folgte die nächste Tour mit einer 757 und 2016 bekam dann sogar eine 747 das Callsign "Ed Force One" - immer mit Sänger Bruce Dickinson als Pilot. Der Einband seiner Autobiografie sagt dann auch treffend "Warning! May contain flying heavy metal!". Die Fliegerei wird mir auch hier wieder unter die Nase gerieben. Wen die ganze Geschichte interessiert, den Film "Flight 666" gibt's auch auf Youtube (oder man kauft sich die BluRay/DVD) - die Autobiografie von Bruce als Buch (wo man Bücher bekommt sollte im 2018 noch jeder wissen).


Fast Forward in's 2018

Weitere Jahre sind vergangen, beruflich hat sich einiges getan (obwohl ich über die ganze Zeit einem einzigen Arbeitgeber treu geblieben bin) und so haben sich alle möglichen Variablen soweit eingerenkt, dass eine Ausbildung zum Piloten realisierbar wird.

Im grossen und ganzen wäre ich also jetzt durch mit dem Rundflug über meine vergangenen 30 Jahre. Falls noch jemand ein Supplement will, kontaktiert mich einfach!

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