ready for departure
Mein digitaler Flugplatz

Lernen an allen Fronten

Wie's der Titel schon sagt - ich lerne an allen Fronten. Ein "Nebenprojekt", immerhin mit Aviatikbezug, ist mein kleiner Online-Shop. Aber der ist in der Kategorie "Diverse Diversitäten" ideal untergebracht, wenn's dich also interessiert: Hä? Marco hat einen Onlineshop?

Aber nicht nur als digitaler Krämer lerne ich Neues, sondern auch am Funkgerät. Dazu gab's - wenig überraschend - wieder mal eine Investition. Knapp 100.- wurden fällig für ein Online-Trainingstool, mit welchem man simulierte Flüge durchspielt und dabei die richtigen Funksprüche absetzen muss. "Bale Ground, HB-WYF, GAC, VFR to Mollis, request taxi, Information Mike", "Bern Arrival, HB-WYG, Wilisau VOR, 6500 feet, request to cross TMA, direct Sachseln at 6500 feet" oder - mein bisheriger Favorit - "Request to stay over the city for 10 minutes for a photosession". Vieles mehr oder weniger kryptisch für Aussenstehende. Und da ich gerade mal erst einen Fuss in die Tür gesetzt habe und den Kopf eh schon mit zig anderem Zeug voll habe, auch für mich nicht immer so ganz einleuchtend. Aber irgendwann wird's dann schon einleuchten.

METAR (METeorological Aerodrome Report)

Während der ganzen Funkerei im Flug kann es auch mal passieren, dass man sich den aktuellsten Wetterbericht vom Zielflugplatz holen möchte. Das macht zwar beim Feierabendflug innerhalb der Schweiz wenig Sinn (denn das macht der seriöse Pilot vor dem Start), aber da die Ausbildung halt auch die Grundkenntnisse für zukünftige Airline-Piloten schafft, muss ich das auch lernen. Und wer weiss, vielleicht fliege ich ja auch mal um den halben Erdball und bin froh, wenn ich das Wetter von meinem Zielflugplatz kenne. Und damit du mir ein bisschen nachfühlen kannst, hörst du dir jetzt zuerst mal an, was ein Pilot denn in einem Rutsch hören/schreiben/verstehen muss: Training METAR Torino

Dieser Wetterbericht stammt aus einem Übungstool. Daher hat er einiges, was im echten Leben nicht unbedingt gegeben ist. In erster Linie: Audioqualität. Wer schon mal die aktuellen METARs (das Band kann man sich gratis anhören via Telefon, z.B. von Zürich unter 043 931 60 71 ) gehört hat, weiss was ich meine. Und wem das zu kompliziert ist, hier ein Beispiel davon (wenn auch ein einfacheres).

Nochmals zurück zum METAR von Torino. Das kann man sich nicht in dieser Geschwindigkeit aufschreiben (und das muss man, denn je nach dem verlangt der "Absender", dass man das 1:1 zurück lesen muss). Klar, das Tonband verlangt es nicht - aber auf einigen Plätzen gibt's kein Tonband, sondern einen Schnäuzler im Turm, der das von einem Blatt Papier oder Bildschirm abliest. Und der hat keinen Bock, sich für jeden Piloten fünf mal zu wiederholen. Also schreibt man das auf und weil die wenigsten Piloten Stenografie beherrschen, gibt's hier auch wieder was eigenes für "uns". Das METAR von Torino sieht normal ausgeschrieben wie folgt aus:

Torino 2120 Wind 330°/15kt gusting 35kt Visibility 6km Thunderstorm with moderate hail and rain Cloud Few 3000ft Scattered CB 4000ft Broken 6000ft Temperature 21, dew point 14 QNH 999 NOSIG

Und auf "Deutsch" heisst das:

Turin, 21:20 Uhr, Wind aus Nord-Nord-West mit 28 Km/h, Böenspitzen 65 Km/h, Sichtweite 6 Km, Gewitter mit Hagel und Regen, Wenig Wolken in 1 Km Höhe, Cumulonimbus Wolke auf 1,3 Km Höhe und noch dichtere Wolken auf 2 Km Höhe. Temperatur 21° C, Taupunkt 14°C, Luftdruck (QNH) 999 Hektopascal.

Und weil man eben keine von den beiden Varianten in dieser Geschwindigkeit aufschreiben kann, sieht's dann auf dem Zettel in etwa so aus:

LIMF 2120 330/15G35kt 6km TSGRRA F 30 S CB 40 B 60 21/14 999 N


Joa... Und wie du auf dem Foto sehen kannst, höre ich mir die gerade rauf und runter an. In beliebiger Länge. Auch gut, wenn ich das dann mal hinter mir habe - das ist schon arg weit weg vom Spass im Flugzeug zu sitzen. Da ist's gut, wenn man ab und zu auf Youtube einen Video findet, der zeigt, dass andere mit dem Wetter manchmal auch ein wenig in's Schlittern kommen...



August 2020

Wie das Kapitel schon so schön heisst; Lernen ist angesagt. Primär die Voice, also das ganze Gefunke auf kontrollierten Plätzen und in der Luft. Gefunkt habe ich zwar schon viel, aber das waren die Standard-Sachen auf den unkontrollierten Plätzen, bei welchen man recht selten eine Antwort bekommt. Und jetzt gibt's halt eben Antworten oder man wird aus heiterem Himmel angesprochen. Damit das möglichst praxisnah läuft, kann ich mit jemandem trainieren, der selbst in den Towern der Schweiz arbeitet. Weil diese Person das so gerne macht, hat sie sich entschlossen auch noch in der Freizeit angehenden Piloten diese Welt näher zu bringen.

Besagte Person schickt mir vorab also eine Flugroute, z.B. "Zürich - Genf" und spickt das ganze je nach Schwierigkeitsgrad noch mit ein paar Schikanen. Das kann z.B. sein "Zwischenlandung in Langenthal", "Blockiertes Vorderrad nach Landung" oder "Durchfliege den kontrollierten Luftraum über Payerne". Und ich plane dann den Flug auf der Karte, kucke wo ich wie hoch/tief fliegen muss oder wo ich halt eben mit den jeweiligen Towers Kontakt aufnehmen muss.

Wenn die Planung durch ist, telefonieren/skypen wir eine Stunde und ich fliege mit dem Finger auf der Karte von Zürich nach Genf oder was halt eben grad ansteht. Dazwischen muss ich dann richtig palavern und bekomme Fragen an den Kopf geworfen, die mich immer seltener ins Straucheln bringen (sollten). Zudem habe ich noch die separaten genaueren Karten von Start- und Zielort offen. Und halt je nach dem noch die vom Zwischenstopp. Am Boden habe ich dafür genug Bildschirme um alles auf einmal offen zu haben, in der Luft muss das dann entweder auf meinem Tablet platz finden oder als Schwall Papier im Kniebrett klemmen.

Das mache ich jetzt mal den kommenden Monat noch und versuche mich dann an der Prüfung dafür - die Anmeldung ging gestern raus. Grad übermässig optimistisch bin ich nicht, denn ein "Mitschüler" bei der Flugschule ist durch diese Prüfung beim ersten Anlauf durchgefallen. Als Konsequenz hat er dann auch gleich komplett mit der Ausbildung aufgehört. Aber keine Angst, ich bin im Moment noch genug angefressen, dass ich das durchziehen werde. Ausserdem würd's mich auch recht anscheissen, wenn ich diesen ganzen Blog hier vergebens angefangen hätte. Und die meisten Leute, die ich bis jetzt durch die Ausbildung kennen gelernt habe sind ganz patente Typen, ich würde gerne noch ein paar mehr von diesem Schlag treffen.

Und zum Schluss noch dies; Der neue Flugsimulator von Microsoft kommt nächsten Dienstag raus. Ich freue mich wie ein Schnitzel auf das neue Frankengrab. Natürlich habe ich schon insgeheim geplant meinen Monitor zu verkaufen und dafür zwei grössere nebeneinander zu setzen (eigentlich so wie auf dem Foto nebenan - aber die Monitore gehören meinem Büro und werden von mir nur wegen Homeoffice auch noch privat missbraucht. Sorry/Danke, Büro!). Sobald der ganze Covid19-**************** durch ist, hab ich also wieder Platz für mehr Monitore. Und bis dahin kann ich immerhin testen, ob das wirklich cool wäre mit zwei Bildschirmen (ist es eh, aber ich muss den angehenden Kaufrausch bremsen). Beim nächsten Blog-Beitrag gibt's dann vielleicht zur Abwechslung mal einen virtuellen Video von einem Rundflug - und wer weiss, vielleicht stimmt da ja dann auch schon die Voice? Falls nicht, hört ihr einfach Musik - wie immer *zwinkersmiley*.


12.08.2020 Neues Flugzeug, neues Glück

Die "alten" Maschinen, also die Remos GX wurden von der Flugschule verkauft und von den neuen - Breezer 600 Elegance - stehen schon zwei im Hangar. Wobei, nein. Eine steht vor dem Hangar, HB-WZB wird mich heute erdulden müssen. Und es gibt tatsächlich ein paar deutliche Änderungen für mich zum erfliegen. Der offensichtliche Unterschied ist, dass ich mich von einem Hochdecker auf einen Tiefdecker umstellen muss. Der grösste Unterschied dabei ist, dass man als Pilot einen tollen Rundumblick hat und alles sieht (ausser halt eben den Boden). Und beim einsteigen braucht's zuerst mal eine kurze Schulung, denn einfach Türe auf und reinquetschen geht nicht mehr. Nein, jetzt muss man mit dem richtigen Fuss zuerst auf eine Stange stehen und dann meinen Adoniskörper auf den Flügel wuchten. Und dabei genau aufpassen, wo sich der andere Fuss niederlässt. Es handelt sich um ein Flugzeug, welches auf niedriges Gewicht getrimmt ist. Und das bedeutet, dass an allen Ecken und Enden Gewicht gespart wird - so auch bei der Bespannung der Flügel. Zuviel Gewicht da drauf, das Blech reisst und die Nerven vom Besitzer gleich mit. Also schön vorsichtig hochkraxeln. 

Weniger offensichtlich ist dann die Tatsache, dass dieser Flieger jetzt einen sogenannten Verstellpropeller hat und über Fussspitzenbremsen verfügt. Damit's hier nicht ausartet mit der Erklärung: Der Propeller kann feiner/ökonomischer eingestellt werden und die Bremsen bedient man mit den Füssen. Google das halt, wenn's dich genauer interessiert- oder frag mich!

Der Sitzkomfort ähnelt dem bereits Bekannten. Der Normmensch ist 1.75m gross, wiegt 60 Kilo und hat dafür eine Schrittlänge von knapp zwei Metern. Aber es geht, wenn man sich dann mal eingekuschelt hat, eigentlich doch recht gut. Nach ein paar Erklärungen zu den neuen Schaltern, Hebeln und Bildschirmen geht's los. Wir haben aus irgendeinem Grund mal Südwind und so slalome ich zur Piste 19. Das Slalomen liegt an der Fussspitzenbremse, welche ich noch ein bisschen gar grobmotorisch bediene. Aber so scheidet das Benzin immerhin nicht und allfällige Seekrankheiten würden noch vor dem Take-Off erkannt werden. 

Am Wiggis entlang fliegen wir dann gen Norden und ich bin hin und weg. Der Panoramaexpress ist ein Narrenwerk dagegen - die absolut tollste Rundumsicht, die man sich wünschen kann. Sowohl als Pilot, als auch als Fotograf oder einfach Mensch mit zwei Augen im Kopf. Ich verliere mich kurz beim Blick in's Oberseetal bis mein Genick mir sagt "Hey, 180° geht nicht - kuck nach vorne!". Nachteil des Glasdaches: Die Gopro findet keinen Platz mehr. Sie liegt momentan im "Kofferraum", denn seit heute könnte ich auch den Funk aufzeichnen. Zu Testzwecken macht sie das jetzt auch, aber sehen tut man halt nix auf dem Bild. Jedenfalls steht's jetzt  1:0 gegen mich.

Wir fliegen ein paar Standards (Steigen, Sinken, Kurven, Strömungsabriss) und ich darf mich mit den Spielereien vertraut machen (elektrische Höhen- und Querrudertrimmung, synthetic vision auf den Bildschirmen). Ich bin wieder beim ersten Tag meiner PPL-Schule - alles ist neu, jedes Knöpfchen macht was mega wichtiges und jedes Schalterchen löst ein neues Surren oder Blinken aus. Herrlich.

Doch wie so oft; Man soll aufhören wenn's am schönsten ist. Sprichtwörtlich, denn das Wetter ist wie häufig im August gegen Abend hin labil. Und so drehen wir dann über der Linthebene wieder in Richtung Glarnerland, welches sich minütlich mehr verdunkelt. "Also Schwanden sieht man noch, wenn man sich den Hügel dazwischen wegdenkt." meint Urs. Das reicht also noch um zügig am Kerenzerberg vorbei zu huschen und mit einem Bogen über Näfels die Piste 19 anzusteuern. Nach der Landung nimmt der Seegang dann wieder zu, Driftking Marco ist an den Pedalen. 

Zulu Bravo bekommt die übliche Katzenwäsche, wird in den Hangar gestossen und beim Debriefing gibt's dann auch keine Schelte für mich. Zu neu ist alles, als dass man es mir ankreiden dürfte. Finde ich auch und so endet mein Erstflug mit "meiner Neuen". Ab nach Netstal, der Magen knurrt.


20.08. / 24.08. "Mehr rechtes Ruder"

Ich fasse der Einfachheit zwei Flüge zusammen, da nur gerade ein Wochenende dazwischen liegt. Als selbsternannter Ehrenbotschafter der Schlurfigkeit und grosser Förderer des allgemeinen Müssiggangs erlaube ich mir das einfach. Zu berichten gibt's eigentlich in etwa das selbe, wie du schon aus Kapitel 1 und 2 kennst. Ich lerne das Flugzeug kennen und mache mich mit seinen Eigenheiten vertraut. Zwar alles im Schnelldurchgang, denn vieles ist - zumindest im Grundsatz - ja doch schon bekannt. Stolpersteine gibt's dort, wo mir die Remos GX keine Erfahrung bieten konnte oder er extrem gutmütig war. Primär möchte ich das Seitenruder erwähnen. Beim Remos GX war zwar eines verbaut, man nutzte es aber eher für die Stilnote während des Fluges. Bei der Breezer gehört der Einsatz vom Seitenruder aber nun zum guten Ton - entsprechend höre ich das an beiden Tagen in der Heavy Rotation von "Urs FM" auf dem Sitz nebenan. Über kurz oder lang werde ich ihm einfach glauben müssen, sonst geht er mir damit noch ewig auf den Wecker.

Am Donnerstag ging's wieder in den Norden, also über die Linthebene. Dort standen zuerst noch ein paar Kreise, Steig- und Sinkflüge an. Da die relativ gut geklappt hatten, gingen wir zu Strömungsabrissen und Notlandeübungen über. Auch hier wieder viel bereits Bekanntes, aber gut, dass ich's nochmals aufrufen konnte. Die erste Notlandeübung klappte gut, das ausgewählte Feld habe ich gut angepeilt und ich hätte es theoretisch auch erwischt - aber ganz zieht man so eine Übung ja nicht durch. Bei der zweiten hatte ich mich beim Baseturn verschätzt konnte aber zügig ein alternatives Feld auswählen. Falls also jemand am Donnerstagnachmittag auf der Autobahn Richtung Glarnerland kurz nach dem Kreuz Reichenburg ein Flugzeug relativ niedrig über sich hinwegsurren sah, das wäre ich gewesen ;-)

Good News übrigens an der GoPro Front: Dank einem kleinen Gorillapod kann ich sie am Haltebügel für's Headset befestigen. Doof nur: Ich werde in ca. zwei Stunden rausfinden, dass ich heute wohl zu wenig fest auf den Auslöser gedrückt habe, denn aufgenommen hat sie nix. &%!*!!! 2:0 gegen mich.

Es geht zurück nach Mollis, denn langsam ist die Luft raus. Und es ist heiss. Als letzte Aufgabe gibt's heute noch einige Verkehrsteilnehmer, welche die eingebaute Frauenstimme zu konstantem "Traffic! Traffic! Traffic! Traffic! [...]" animiert. Da wären ein Segelflieger links von uns, einer rechts unter uns und entgegen kommt uns noch die Trinidad von Mollis. Nochmals alles an Konzentration aufbieten und schon haben wir die drei hinter uns gelassen. Wir rutschen via Kerenzerberg in den Downwind, landen und rollen zum Hangar. Vor dem Hangar reges Treiben, Flugzeuge werden geputzt und wir witzeln noch, dass wir den Service auch gerne in Anspruch nehmen würden. Wir öffnen das Canopy um uns abzukühlen und schon eilt die "Groundcrew" heran - der Flugplatzleiter persönlich schwingt den Lumpen und ein weiterer "Ortsansässiger" hat sich eine Rückenspritze umgeschnallt, mit welcher WZB unverhofft ein sanftes Peeling erhält. Wir sitzen dabei notabene aber immer noch im Flugzeug und untermalen die Arbeiten mit dem üblichen Geschwätz. Jetzt nur keine hastigen Bewegungen, die fleissigen Reinigungskräfte könnten erschreckt werden ;-) Falls ihr mitlest; Merci Stefan und Heidi!

Beim Debriefing klingt's dann auch einigermassen versöhnlich. Die Procedures sind noch nciht ganz drin, aber das kommt schon noch - war ja jetzt auch erst der zweite Flug mit dem neuen Schätzchen. Ich gelobe Besserung und nehme mir vor, das schöne kommende Weekend wieder mal mit lernen zu verbringen. Übrigens, für alle die sich fragen "Lernt der auch wirklich oder schreibt der das nur und geniesst den Sommer?": Wenn man eine Farbenlehre an mich ranhält, dann stimmt mein Gesicht mit "Alpinaweiss" überein.

Heute gibt's mal kein Z'nacht in Netstal - die Erzeuger sind ausgeflogen. Yeah, endlich eine Ausrede um wieder mal in den Burger King zu fahren! Zwiebelringe! Pommes! Hamburger! Cola! Da kommt Weekendfeeling auf.


Am Montagnachmittag hatte ich die Möglichkeit, mit meinem neu erlangten Wissen vom Weekend zu brillieren. Und was soll ich sagen, es klappte schon viel besser :-) Trotzdem startete ich mit Handicap, denn die Batterien am Headset waren leer. Und offenbar bedeutet das für die GoPro, dass Sie den Funk dann nicht mehr aufzeichnet. Zähneknirschend gestehe ich das 3:0 ein.

Trotz meiner Bedenken ("Die Wolken da hinten sehen so dunkelgrau aus...") flogen wir nach Linthal und ich kurvte eine 8 über Linthal/Braunwald. Die klappte gut, also ging's direkt wieder zurück nach Mollis zum Landetraining. Da gab's dann auch schon den ersten Dämpfer, denn in Mollis herrschte Dichtestress: Ein Heli startete und zwei andere Flieger waren auch noch in der Volte oder im Begriff dorthin zu fliegen. Das hat gereicht um mich zu verwirren, aber Urs schlug einen Orbit - also einen "Wartekreis" - über dem Flugplatz vor, damit sich die Situation beruhigen kann. Das habe ich gemacht, aber viel verbessert hatte sich an der Gesamtsituation nicht, denn unter mir startete ein Remos und ein Helikopter. Ich fädelte mich im Downwind ein, zwischen Heli und Remos - dank dem tollen Rundumblick konnte ich nun den Heli hinter mir sehen und vor mir den Remos. Aber zum Glück steht heute eh Voltentraining an, darum kann ich mich nach kurzer Zeit nach rechts in die Base verabschieden (wir haben Südwind, starten und landen also auf Piste 19). Was die ersten zwei, drei male noch holpert, wackelt und "rechtes Ruder!" ertönen lässt bessert von Volte zu Volte. Zwar bin ich am Stick, gerade beim Takeoff, noch ein bisschen gar ruppig aber mir gelingt immer mehr und ich bin immer häufiger mit meinen "Arbeiten" im Cockpit (Procedures und Checks) dem Flug voraus, sodass keine stressigen Situationen entstehen. Nach der letzten Landung gibt's einen Kaffee und die Frage, ob wir nochmals ein paar Landungen hinzimmern wollen. Ich bejahe, denn Zeit bleibt noch genug.

Ein kurzer Anruf zu Hause, dass aus dem geplanten Besuch zum Kaffee nun doch eher ein Besuch zum Abendessen wird und wir stehen bereits wieder aufliniert auf Piste 19. Es gibt nochmals 5 Landungen, davon zwei in Notlandungs-Manier. Engine-Failure im Downwind. Die erste gelingt mir recht gut, bei der Zweiten greift Urs zwar unterstützend ein, aber auch die wäre mir vermutlich im Ernstfall geglückt. Die normalen Landungen waren auch eher auf der guten Seite, aber klar - perfekt sind sie noch nicht. Dafür war aber wieder mal der Papa-razzo auf dem Platz unterwegs (danke für die tollen Bilder, eine Auswahl hat's in die Galerie geschafft!). Ein gelungener Tag und bald scheint's wieder mal Zeit für Solovolten zu werden. Noch nicht grad beim nächsten Flug, aber lange dürfte es nicht mehr gehen wenn ich nicht wieder alles vergesse.